Sozialindexgestützte Förderung frühkindlicher Bildung und Entwicklung
Katharina Knüttel, Nora Jehles, Niels Espenhorst, Tobias Schasse, Volker Kersting, Klaus Cartus, Carolin Trappmann
“Der Verein für Sozialplanung e. V., das Institut für soziale Arbeit e. V. und Der Paritätische Gesamtverband haben im Jahr 2025 im Rahmen der Fachgruppe Jugendhilfeplanung des Vereins für Sozialplanung e. V. zwei digitale Workshops zum Thema „Kita- Sozialindizes zwischen Statistik, Praxis und politischem Willen“ veranstaltet. Die insgesamt über 100 Teilnehmenden kamen bundesweit aus Kommunen, Wissenschaft, freien Trägern und weiteren Institutionen zusammen und diskutierten Konzepte und praktische Probleme bei der sozialindexgesteuerten Ressourcenverteilung an Kindertageseinrichtungen (Kitas). Die Ergebnisse beider Workshops und die darauf aufbauende Diskussionen bilden eine zentrale Grundlage für diesen Text.”
Gemeinsames Diskussionspapier des Vereins für Sozialplanung e.V. (VSOP), des Instituts für soziale Arbeit e.V. (ISA) und des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands – Gesamtverband e. V. (Der Paritätische)
Datum: 15.06.2026Frühe Chancen
Nora Jehles
Schuleingangsuntersuchungen für Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit nutzen
“Soziale Ungleichheiten manifestieren sich bereits im frühen Kindesalter und prägen Bildungs-, Gesundheits- und Teilhabechancen. Kommunen stehen vor der Herausforderung, knappe Ressourcen zielgerichtet und bedarfsgerecht einzusetzen, verfügen jedoch häufig nur über begrenzte kleinräumige Daten. Die Schuleingangsuntersuchung (SEU) bietet ein bislang nicht ausgeschöpftes Potenzial für frühe Bedarfserkennung, kommunale Steuerung und Evaluation. Praxisbeispiele zeigen, wie SEU-Daten zur Sichtbarmachung sozialer Ungleichheiten, Ressourcensteuerung und Entwicklung präventiver Ansätze genutzt werden können.”
Datum: 01.03.2026Von der Kita bis zur Uni
Marcel Helbig, Claudia Karwath, Corinna Kleinert
Wie soziale Ungleichheiten unseren Bildungsweg beeinflussen
"Über die soziale Herkunft hinaus ist ein weiteres zentrales Ergebnis dieser Studie, dass sich ein Migrationshintergrund bei gleichen sozialen Ausgangsbedingungen insgesamt nur unwesentlich auf die Bildungsverläufe der Kinder und Jugendlichen auswirkt. Geringere Besuchsquoten finden sich allerdings bei Kindertageseinrichtungen. Deutliche migrationsspezifische Nachteile lassen sich beim Wortschatzerwerb in der deutschen Sprache und bei den naturwissenschaftlichen Kompetenzen beobachten. Ihr Rückstand bei der Lesekompetenz, den mathematischen und ICT-Kompetenzen ist hingegen eher gering. Trotz ihrer im Mittel niedrigeren Kompetenzen erhalten Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund keine schlechteren Noten und werden nicht seltener für das Gymnasium empfohlen als Kinder ohne Migrationshintergrund. Bei gleichen Noten und Kompetenzen werden sie sogar etwas häufiger für das Gymnasium empfohlen und besuchen dieses auch häufiger als Kinder ohne Migrationshintergrund. Sie nutzen zudem häufiger alternative Bildungswege zum Abitur neben dem Gymnasium und scheitern auf diesen Wegen auch nicht häufiger als Kinder ohne Migrationshintergrund. Im Ergebnis erlangen Jugendliche mit Migrationshintergrund häufiger die Hochschulreife und nehmen deshalb auch etwas häufiger ein Studium auf als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. Auf der anderen Seite nehmen Jugendliche mit Migrationshintergrund seltener eine Ausbildung auf als Jugendliche ohne Migrationshintergrund, auch wenn man nur die Personen vergleicht, die keine Studienberechtigung haben."
Datum: 01.03.2026Digitale Teilhabe in Nordrhein-Westfalen: Der Einfluss der Digitalisierung auf gesellschaftliche Inklusion einkommensarmer Haushalte
Annika Heller, Ulrike Kaden, Marco Puxi, Eva Roth, Hans Verbeek, Sabine Wellmer
Wie digital ist Teilhabe heute – und wer bleibt dabei auf der Strecke? Der Forschungsbericht „Digitale Teilhabe in Nordrhein-Westfalen“ untersucht erstmals umfassend, wie sich Digitalisierung auf die gesellschaftliche Inklusion einkommensarmer Haushalte auswirkt. Er zeigt, dass digitale Ausgrenzung weit über fehlende Endgeräte oder Internetanschlüsse hinausgeht: Auch mangelnde Kompetenzen, komplexe digitale Verwaltungsangebote und der Rückzug analoger Zugangswege erschweren vielen Menschen die Teilhabe. Auf Grundlage von Datenanalysen, Interviews und Fokusgruppen mit Armutsbetroffenen entwickelt die Studie konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung und soziale Arbeit, um digitale Teilhabe gerechter zu gestalten.
Otto-Blume-Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik
Datum: 28.02.2026Digitale Teilhabe in einkommensschwachen Haushalten
Prof. Dr. Ralf Plattfaut
unter Mitarbeit von Dr. Carolin Vollenberg, Ronja Rieger, Ali Ergün, Paul Pausch, Esraa AliDigitale Teilhabe ist heute eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Doch wie gut gelingt sie Menschen in einkommensschwachen Haushalten? Diese Studie zeigt: Zwar verfügen die meisten Betroffenen über ein Smartphone und grundlegenden Zugang zur digitalen Welt, dennoch bestehen erhebliche Hürden bei Kompetenzen, Infrastruktur und Nutzungsmöglichkeiten. Besonders ältere Menschen sowie Personen mit niedrigem Bildungsabschluss sind von digitaler Ausgrenzung betroffen. Auf Basis von Interviews und einer Befragung von über 1.000 armutsgefährdeten Menschen in Nordrhein-Westfalen entwickelt die Studie konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Bildungsträger und soziale Einrichtungen, um digitale Teilhabe nachhaltig zu stärken.
Datum: 01.12.2025Kommunale Präventionsketten und Demokratie
Timo Decker
Demokratie wächst vor Ort – der Beitrag von kommunalen Präventionsketten
Der Artikel zeigt, dass kommunale Präventionsketten weit mehr sind als Instrumente der Sozialpolitik: Sie schaffen Strukturen, in denen Kinder, Jugendliche und Familien aktiv mitgestalten, Selbstwirksamkeit erfahren und demokratische Prozesse erleben können. Anhand von Praxisbeispielen aus Detmold und Dortmund wird deutlich, wie Beteiligung, Feedback und sozialräumliche Zusammenarbeit zu einer lebendigen Demokratie beitragen – und warum Präventionsketten zu einem wichtigen Baustein generationengerechter Kommunalpolitik werden.
Datum: 01.12.2025Bildungsungleichheit als Gegenstand der Bildungsforschung
Tilman Drope, Sabine Reh, Kai Maaz (Hrsg.)
Perspektiven, Erträge und Aussichten
Die vorliegende Analyse verdeutlicht, dass Bildungsungleichheit eine zentrale Herausforderung des deutschen Schulsystems bleibt, die trotz vielfältiger Reformansätze und bildungspolitischer Bestrebungen weiterhin strukturell verankert ist. Besonders in sozialräumlich benachteiligten familiären wie schulischen Lagen greifen Mechanismen, die sowohl durch individuelle Herkunftseffekte als auch durch kollektive Kontextfaktoren verstärkt und reproduziert werden. Der Beitrag unterstreicht, dass der (einzel-)schulische Sozialraum dabei eine entscheidende Rolle spielt und darum als Ansatzpunkt für diversitätssensible Schulentwicklungsstrategien verstanden werden kann.
Datum: 01.06.2025Teilhabeatlas_Kinder_und_Jugendliche_online
Christine Hieb, Jasper Mönning, Claudia Härterich, Sabine Sütterlin, Julia Amberger, Dr. Frederick Sixtus, Catherina Hinz
Der Jugendteilhabeatlas 2025 ist ein gemeinsames Forschungsprojekt des Berlin-Instituts, der Wüstenrot Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.Wie sich ihre Lebensverhältnisse in Deutschland unterscheiden und was ihnen wichtig ist
Es gehört zu den zentralen Versprechen der Politik, Kindern und Jugendlichen ein Umfeld zu bieten, das ihnen sowohl Chancengleichheit als auch Teilhabe an den Errungenschaften unserer Gesellschaft ermöglicht. Dieses Versprechen sollte überall gelten – in Städten wie auf dem Land, in wohlhabenden Regionen ebenso wie in Gegenden, in denen viele auf staatliche Unterstützung angewiesen und öffentliche Infrastrukturen oft unzureichend sind. Doch löst der Staat dieses Versprechen bisher flächendeckend ein? Die Landkarte zur Teilhabe junger Menschen in Deutschland, kombiniert mit den Stimmen aus den Regionen, vermittelt ein umfassendes Bild davon, wie Kinder und Jugendliche heute in Deutschland aufwachsen. Sie zeigt auch: Die regionalen Unterschiede sind groß. Gute Teilhabe muss zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe werden – sie braucht politischen Willen auf allen Ebenen. Denn Chancengleichheit und gleichwertige Lebensverhältnisse sind kein leeres Versprechen, sondern der Anspruch, dass alle jungen Menschen Zugang zu den Möglichkeiten unserer Gesellschaft erhalten.
Datum: 01.05.2025Die verdeckten Kosten der Resilienz
Maren Hilke, Jörg Kohlscheen, Stephanie Moldenhauer, Johannes Schütte, Heinz-Jürgen Stolz
Über herkunftsbedingte Bildungsbenachteiligung wird viel diskutiert, aber wenig wirksam dagegen getan. Kann Resilienz eine Lösung sein? Und zu wessen Lasten wirkt sie sich aus? Diese Kostenfrage wird in dem vorliegenden Buch diskutiert. Konkret geht es darum, inwiefern es als resilient gelesenen Kindern gelingt, Bildungsbarrieren zu überwinden. Anhand von Interviews mit Lehrkräften, Eltern und Kindern wird deutlich, dass die Verantwortung auf die sozialen Welten von Kindern und Familien abgewälzt wird. Die Autor:innen plädieren dafür, verstärkt die Bildungspraktiken der Beteiligten in den Blick zu nehmen, um Anstrengungen sichtbar zu machen und kollaborative Lösungsstrategien zu entwickeln.
Datum: 01.05.2025Professorin Karla Verlinden: Resilienz(förderung) von Fachkräften und Teams
LVR-Jahrestagung im Rahmen des Landesprogramms "kinderstark - NRW schafft Chancen" zum Thema Selbstfürsorge in turbulenten Zeiten
Dr. Karla Verlinden ist Professorin für Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt Resilienz an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln. Sie stellt die verschiedenen Säulen der Resilienz vor und warum das Beachten der eigenen Selbstfürsorge nicht nur für die eigene Person von Bedeutung ist, sondern auch für die Kolleg:innen sowie in einem weiteren Schritt für die Kinder, Jugendlichen und Familien in der Kommune.
Datum: 04.12.2024










