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© Falko Sieker

Kreis Lippe

Seit wann dabei:

2017

Einwohnerzahl:

348.391

Kinder unter 18:

62.250




ZITAT der kommunalen Spitze

„Eine funktionierende Präventionskette ist eine wesentliche Voraussetzung für mehr Chancengerechtigkeit. Deshalb ist das Landesprojekt „Kommunale Präventionsketten“ beim Kreis Lippe fest im Zukunftskonzept 2025 verankert: Familiäre Bedürfnisse sind damit Maßstäbe unseres politischen Handelns. Unser Ziel ist es, Familien und Kinder von der Schwangerschaft über die Geburt bis hin zum Übergang in das Berufsleben zu unterstützen.“
Dr. Axel Lehmann, Landrat des Kreises Lippe





„Kinder und Jugendliche in Lippe wachsen zu starken, gesunden, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten heran.“
• „Vom Ich zum Wir“ – Zusammenarbeit aller Akteure
Alle Akteure im Kreis Lippe übernehmen Verantwortung für ein gelingendes Aufwachsen. Dazu gehört die multisektorale Zusammenarbeit über systemische und institutionelle Grenzen hinweg, der Aufbau abgestimmter und vernetzter Unterstützungssysteme und Strukturen, sowie die Transparenz von Angeboten und das Vermeiden von Doppelstrukturen.
• „Du kannst werden, was du willst“ – unabhängig von der familiären Herkunft
Kinder und Jugendliche in Lippe sollen unabhängig von ihrer sozialen oder kulturellen Herkunft die gleichen Bildungs- und Teilhabechancen zur Verfügung stehen. Dazu schaffen wir Fördermöglichkeiten und durchlässige Strukturen damit überwiegend die individuellen Fähigkeiten und Wünsche die Ausbildung und die Studien- und Berufswahl bestimmen können.
• „Eltern stärken – Kinder stärken“ – passgenaue Familienbildungsangebote
Um Kindern und Jugendlichen ein sicheres, gesundes und gelingendes Aufwachsen zu ermöglichen, sollen Eltern Zugang zu bedarfsgerechten und niedrigschwelligen Angeboten erhalten und zwar über alle Altersstufen ihrer Kinder hinweg. Dabei wird auf einen ressourcenschonenden und passgenauen Einsatz der Fachkräfte im Rahmen der Netzwerkarbeit geachtet.
Der Kreis Lippe will allen Kindern einen gleichberechtigten Zugang zu frühkindlicher Erziehung und Bildung ermöglichen.
Für alle Kinder in Lippe werden die Angebote der frühkindlichen Betreuung, Erziehung und Bildung weiter ausgebaut und qualitativ verbessert.

Mit welchem Ziel?

Die Ziele und Maßnahmen des Projektes „Kommunale Präventionsketten“ sollen insbesondere zu folgendem beitragen:
- Vorbeugung von Anfang an durch eine lückenlose Präventionskette von der Schwangerschaft/Geburt bis zum Übergang Schule/Beruf.
- Stärkung und Verbesserung des „Netzwerk Prävention“, also passgenaue Unterstützung für Kinder und deren Familien.
- Ausbau der Frühen Hilfen durch weitere niedrigschwellige Zugänge zum Unterstützungssystem, insbesondere durch eine intensive Zusammenarbeit mit dem Gesundheitssystem.

Involviert sind Akteure aus den unterschiedlichsten Bereichen, kommunale Spitzen, Politik, Verwaltung, freie Wohlfahrtsverbände, etc.

Welche Strategischen Ziele?

Im Jahre 2018 wurden zur erfolgreichen Umsetzung des Projektes drei strategische Ziele festgelegt. Eines dieser Ziele, die im Rahmen der gemeinsamen Arbeit für die Umsetzung des Projektes gesetzt worden sind, sind die "Frühen Hilfen und Familienbildung".
Im Rahmen des Arbeitskreises "Frühkindliche Bildung" haben wir mit Kindertageseinrichtungsleiterinnen, Erzieherinnen und Elternvertreterinnen die Willkommensmappe "Hereinspaziert" entwickelt. Diese Willkommensmappe soll neuen Familien, die ihre Kinder in einer Kindertageseinrichtung angemeldet haben, Orientierung geben und die Eingewöhnung erleichtern.
Weitere Ziele befassen sich mit den Themen Gesundheit und Schulabsentismus.
Durch frühzeitiges Erkennen von allgemeinen und speziellen Risikofaktoren der Zahn- und Mundgesundheit, sowie Aufklärung und Sensibilisierung der Kinder und ihrer Eltern, sollen Erkrankungen in diesem Bereich reduziert werden.
Thema des Ziels Schulabsentismus ist es, allen Kindern und Jugendlichen in Lippe den individuell bestmöglichen Schulabschluss zu ermöglichen. Das Schülereingliederungs-Management und die Datenerhebung an Schulen im Kreis Lippe soll intensiviert und ausgebaut werden. Künftig sollen Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern regelmäßig an diesem Thema beteiligt und dazu befragt werden.

Folgendes Leitbild wurde mit allen Beteiligten erarbeitet: 

Frühe Hilfen, Familienbildung und Frühkindliche Bildung
Wir möchten, dass alle Familien - insbesondere sozial benachteiligte (SGBII u. ä.) und neu zugewanderte Familien - mit Kindern U6 Jahren - ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft werden. Sie sollen gefördert, gestärkt und in die Lage versetzt werden, eigenständig zu handeln, um ihren Kindern die bestmögliche Unterstützung geben zu können. Dementsprechend möchten wir die Kooperation zwischen den Erziehungspartnern (Eltern/Erziehungsberechtigte und Erzieher*innen und pädagogische Fachkräfte) fördern und eine Sensibilität für das Gegenüber schaffen. Die Berücksichtigung spezifischer Belange sozial benachteiligter Familien mit Kindern soll zukünftig noch stärker in den Blick genommen werden.
Wir möchten, dass Eltern/Erziehungsberechtigte aus sozial benachteiligten Familien ihre Kinder verstärkt an (niederschwelligen und mehrsprachigen) Förder- und Bildungsmaßnahmen in den KiTas teilnehmen lassen und selbst (häufiger als bisher) Familienbildungsmaßnahmen/-angebotebesuchen - innerhalb und außerhalb der Kitas/ Familienzentren. Dadurch erwarten wir eine Steigerung der elterlichen Kompetenzen, damit Eltern/Erziehungsberechtigte ihre Kinder so besser unterstützen und fördern können.

Gesundheit bzw. gesundes Aufwachsen
Wir möchten, dass alle Kinder ein gesundes Zahn- und Mundsystem haben.
Die Umsetzung soll durch ein multiprofessionelles Team von Gesundheitsamt, niedergelassenen Zahnärzten und dem Arbeitskreis Zahngesundheit in einem kreisweiten Netzwerk erfolgen. Das frühzeitige Erkennen von allgemeinen und speziellen Risikofaktoren der Zahn/Mundgesundheit, sowie Aufklärung und Sensibilisierung reduziert Erkrankungen in diesem Bereich.

Schulabsentismus
Wir möchten, dass jede/r Schüler und Schülerin (SuS) in Lippe mit einem individuell bestmöglichen Schulabschluss die Schule verlässt.
Die Umsetzung erfolgt durch die multiprofessionelle Bearbeitung, in der Zusammenarbeit von Schule, Gesundheitsamt, Jugendhilfe, Schulpsychologie, Schulamt, KI u.a. in einem kreisweiten Netzwerk.
Die fachliche Schwerpunktsetzung beinhaltet das frühzeitige Erkennen von Schulabsentismus, Aufklärung und Sensibilisierung für das Thema, sowie die Vernetzung der beteiligten Akteure auch über Zuständigkeitsgrenzen hinaus.
Die Akteure im Kreis Lippe schaffen Transparenz über Bildungsverläufe von Kindern und Jugendlichen, identifizieren die spezifischen Risikofaktoren und bearbeiten die Schnittstellen mit und in die Kommunen. Brüche in Bildungsbiografien (Schulabsentismus) werden dadurch frühzeitig erkannt und verringert.

Margit Monika Hahn


Kreis Lippe
FB Jugend, Familie und Gesundheit Team 511.1, Familienfreundlicher Kreis, Kinderschutz, Koordinierungsstelle des Kreises Lippe „Kommunale Präventionsketten“ NRW

Felix-Fechenbach-Str. 5
32756 Detmold
T +49 52319 62-4321
margit.hahn(at)kreis-lippe.de

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